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Dienstag, 19. November 2013, 13:51

Behindern High-End-Receiver die Digitalisierung?

Digitalreceiver werden immer komplizierter und behindern deshalb unter anderem die Digitalisierung im Kabel. Das findet zumindest der Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation (FRK). Demnach seien Kunden mit der neuen Technik häufig überfordert und würden deshalb davor zurückschrecken.

Der Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation (FRK) hat die seiner Meinung nach weit verbreitete Bedienunfreundlichkeit von ZV-Empfangsgeräten kritisiert. Laut Heinz-Peter Labonte, dem Vorsitzenden des Verbandes, hätten die kleineren und mittleren Kabelnetzbetreiber bereits bei der Abschaltung des analogen Satellitensignals Ende April 2012 zu spüren bekommen, dass die Hersteller von TV-Empfangsgeräten zuweilen sehr komplizierte Receiver verkaufen würden, welche die Kunden überfordern.

Für die Kabelnetzbetreiber würden dadurch bei der Abschaltung des analogen Verbreitungsweges hohe zeitliche und wirtschaftliche Sonderbelastungen entstehen, weil die Kunden häufig bei der Ersteinrichtung der Receiver oder bei Transponderwechseln von Sendern Hilfe von Fachleuten benötigen würden. Auch proprietäre Systeme von großen Kabelnetzbetreibern oder Pay-TV-Anbietern würden an diesem Problem wenig ändern, da durch vielfach nicht miteinander kompatible Entschlüsselungskarten die Verwirrung eher noch größer würde.

"Es ist höchste Zeit, dass die Hersteller nicht ständig neue Modelle und proprietäre Empfangssysteme an den Markt bringen, die mit den neuen Diensten nicht beziehungsweise nicht mehr kompatibel sind", fordert Labonte deshalb. Endgeräte, die "von Ingenieuren für Ingenieure" hergestellt werden, würden die Digitalisierung behindern und den Verbrauchern nicht helfen. Alle Marktteilnehmer seien deshalb gefordert, bei den Herstellern ein höheres Maß an Bedienfreundlichkeit zu erreichen.

Dabei ist anzumerken, dass Labonte insoweit Recht hat, dass es mittlerweile tatsächlich eine riesige Anzahl an Endgeräten gibt, die dem Kunden im Handel angeboten werden. Allerdings reicht hier die Palette von bedienungsfreundlichen Einstiegsgeräten über Mittelklasse-Modelle bis hin zu Linux-Boxen für Kunden mit weitergehenden Ansprüchen und natürlich auch etwas Bastelfreude.


Quelle: digitalfernsehen

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